Ebola & Co – Ihr Problem, unser Problem oder ein globales Problem?

Das letzte Märzwochenende hat uns in diesem Jahr nach München gebracht. Wir, die Initiative für Entwicklungspolitik und Entwicklungszusammenarbeit sind glücklich darüber ein so gelungenes Seminar über das brisante Thema Pandemien veranstaltet zu haben.

Unser Seminar ist am Freitag den 29.03 in entspannter Atmosphäre mit Pizzen und Bierchen (spendiert von der Fachschaft der Mediziner in der TUM) gestartet. Dabei hatten wir zweierlei „Warm-ups“ für die Thematik vorbereitet. Einerseits haben wir spielerisch mit der App „Plague“ versucht, den Teilnehmern zu verdeutlichen was durch die weltweite Verbreitung eines Erregers/Virus aufgrund der internationalen Verknüpfung wie z.B. des internationalen Passagier- und Gütertransports passieren kann. Die Teilnehmer haben motiviert ihr Bestes gegeben die Krankheit in der ganzen Welt zu verteilen. Als zweiten Einstieg erlebten wir einen ernüchternden Kontrast mit der Filmdokumentation „A doctor’s story“. Dabei handelt es sich um einen Bericht zum humanitären Einsatz durch „Ärzte ohne Grenzen“ während des letzten Ebola-Ausbruchs in Sierra Leona, erzählt in erster Person von einem dort eingesetzten britischen Arzt.

Am Samstag, dem Haupttag des Seminars haben wir jede Menge neue Erfahrungen gesammelt. Angefangen hat der Tag mit einem Vortrag des Leiters des Virologie-Instituts der TUM, Dr. Dieter Hoffmann, über virale Infektionskrankheiten. Sein auch für Nicht-Mediziner geeigneter Vortrag hat uns die Unterschiede zwischen den Erregerarten Endemien, Epidemien, Pandemien und Influenza näher gebracht.

Im Anschluss daran stand eine praktische Übung zum Thema „Steriles Arbeiten“ im OP-Saal des Simulationszentrums der medizinischen Fakultät im Programm. Dadurch konnten wir uns etwas besser vorstellen, wie stark die Ärzte beim Ebola-Einsatz auf ihre Schutzkleidungen und Schutzmaßnahmen angewiesen waren, wie wir es bereits bei der Dokumentation am vorherigen Abend gesehen hatten.  Zudem haben wir das mikrobiologische Labor besucht, um Proben unserer Hautflora und andere Abstriche abzugeben. Dieser praktische Teil des Seminares hat uns eindrucksvoll verdeutlicht, wie wichtig saubere Hände in der Arbeit mit erkrankten Mitmenschen aber auch im Alltag sind.

Zur Mittagspause haben wir den sonnigen und warmen Tag im Biergarten des Hofbräukellers voll genießen können. Zurück in den Räumlichkeiten der TUM ließen wir uns auf eine spannende Gruppenarbeit ein, da unsere Referentin zu den politischen Hintergründen der Pandemien-Problematik leider kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen absagen musste. Die Gruppenaktivität ist unseren motivierten Teilnehmern bestens gelungen, bei der sie sich schnell in Themen wie „Präventionssysteme von Pandemien im internationalen Vergleich“ und „Nationaler Pandemieplan Deutschlands“ eingearbeitet haben.

Anschließend haben wir uns zügig auf den Weg zum nächsten und letzten Programmpunkt des Tages gemacht – der historischen Stadtführung zu Seuchen in München. Dabei hat uns unser Tourguide durch die Altstadt von München geführt und über die Rolle von Pest, Cholera und Syphilis im mittelalterlichen München und deren Bedeutung für die Entwicklung der Stadt berichtet. Den ungewöhnlich warmen Märzabend in München haben wir im Café Mozart ausklingen lassen.

Am Sonntag, dem letzten Seminartag, ging es für uns trotz Zeitverschiebung früh weiter. Der Vortrag vom Herrn Christian Janke hat uns und die anderen Seminarteilnehmer bemerkbar inspiriert. Der Tropenmediziner und Experte für Global Health und Ausbruchsmanagement war einer der Leiter des Ebola-Einsatzes der Bundeswehr und des DRK im Jahr 2014 in Monrovia in Liberia. Sein Vortrag mit dem Titel „Management komplexer Ausbruchslagen – Ebola lessons learned?“ hat seine Erfahrungen des Einsatzes in Liberia sowohl aus philosophischer, epidemiologischer, politischer als auch anthropologischer Perspektive beleuchtet. Herr Janke hat uns danach durch das Open Space begleitet um offene Fragen aller Teilnehmer klären zu können. Im Anschluss blieb noch Zeit um uns erneut mit den drei Expertinnen der Mikrobiologie im Labor zu treffen, wobei wir unsere Proben des vorherigen Tages analysiert haben und eine interessante Laborführung erhalten haben.

Wir sind sehr dankbar für die aktive Teilnahme unserer Mitstipendiaten, die Räumlichkeiten, die uns von der TUM bereitgestellt wurden und natürlich auch für alle exzellenten Beiträge unseren Referenten! Vielen Dank an alle, die dieses Seminar möglich gemacht haben. 

Autorin: Belén Ortíz Torres

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