Strukturtreffen 2017 „Effektiver Altruismus – eine liberale Position?“ (10.11. – 12.11.2017)

Wir trafen uns für das diesjährige Strukturtreffen vom 10.11. bis 12.11.17 – zu mancher Freude der Teilnehmenden – in München. Am ersten Seminartag kamen wir abends in unserem Seminarraum in der Jugendherberge zusammen, um uns bei einer Vorstellungsrunde kennenzulernen. Danach wurde Pizza bestellt, um den Abend mit dem Film „Süßes Gift – Hilfe als Geschäft“ ausklingen zu lassen. In dieser Dokumentation wird aus Sicht der Einheimischen über drei Entwicklungshilfeprojekte berichtet, die leider aus verschiedenen Gründen scheiterten.

Im Laufe des Seminars konnten die Teilnehmenden auf diese Gründe noch zu sprechen kommen, zum Beispiel beim Vortrag von Frau Eva Bahner vom Oikocredit Förderkreis Bayern e.V. Dieser fand als erster Programmpunkt am nächsten Tag statt. Besonders anschaulich wurde Frau Bahners Vortrag durch die große Beteiligungsmöglichkeit der Teilnehmenden. Sie konnten mögliche Gründe für das Scheitern von Hilfsprojekten nennen und auch Lösungsvorschläge unterbreiten. Wichtig schien, die Intransparenz von Geldinstitutionen und damit einhergehend die Unmündigkeit und Unwissenheit vieler Spendenden/Investierenden zu bekämpfen sowie zu verstehen, dass unsere europäische bzw. westlich orientierte Sicht auf die Welt und unser Verständnis von Wirtschaft, Glück und Hilfe uns oft nicht erkennen lässt, was einem Entwicklungsland oder einer Entwicklungsregion wirklich nützlich sein kann und was im schlimmsten Fall sogar schadet.

In einem Rollenspiel, in dem verschiedene Bankberater mit unterschiedlichen Angeboten einen Kunden zu gewinnen versuchen, wurde klar, dass das „magische Dreieck“ aus den Interessen Sicherheit, hohe Rendite und Flexibilität/Liquidität durch die Erweiterung des Punktes Nachhaltigkeit eigentlich nicht noch unmöglicher wird, sondern dass es einfach auf den Einsatz von jedem und jeder Einzelne ankommt, wenn es um ethische und nachhaltige Investitionen geht. Anschließend stellte Frau Bahner die Arbeit von Oikocredit anhand eines finanzierten Projektes eines Einheimischen in Ägypten vor, das sehr erfolgreich mit dem Anbau, Verkauf und der Weiterverarbeitung von Sesam ist.

Nach dem Mittagessen zeigten uns Jasper Götting und Max Räuker von der Stiftung Effektiver Altruismus, wie mit Hilfe ihrer Philosophie die größten Probleme der Menschheit angegangen werden können. Als solche nannten sie zum einen die weltweite Armut und das herrschende Tierleid, das vor allem durch die Massentierhaltung mit ihren vielen negativen Folgen für das Klima und auch die Gesundheit von uns Menschen ein großes, aber lösbares Problem darstellt. Ein wichtiger Punkt war für sie das evidenzbasierte Spenden und sie nannten einige Websites wie GiveWell.org und AnimalCharityEvaluators.org, auf denen man die Effektivität von Spendenorganisationen überprüfen kann und die einem am meisten sinnvoll erscheinenden auswählen kann. In einem weiteren Vortrag sprachen sie darüber, wie man effektiven Altruismus und seine Karriere verbinden kann. Wichtige Erkenntnisse waren da, dass ein Berufsleben selten aufgrund von hohen Gehältern erfüllend ist, sondern eher aufgrund der Gewissheit, gut in dem zu sein, was man tut (oder es zumindest werden zu können) und dabei anderen helfen zu können, also sich gebraucht zu fühlen.

Den Rest des Tages arbeiteten die Teilnehmenden an drei vielversprechenden Seminarideen. An dieser Stelle soll noch nicht zu viel verraten werden, deswegen nur der Hinweis, dass es um Epidemien und Pandemien, um die Rolle der Frau als Entwicklungsmotor und um Friedenssicherung gehen wird.

Diesen spannenden Themen werden sich in Zukunft auch eine neue Koordinatorin und ein neuer Koordinator widmen, da Leonie Link und ich nach 2 Jahren unser Amt weitergeben an Katharina Menke und Jamil Osso. Die beiden wurden am letzten Tag des Strukturtreffens einstimmig von den Teilnehmenden gewählt. An dieser Stelle möchte ich mich – auch im Namen meiner Mitkoordinatorin Leonie – für all die Erfahrungen und Erinnerungen, die wir in der Initiative sammeln konnten, bedanken. Wir werden sie bestimmt ein Leben lang gebrauchen können. Viel Glück und Erfolg wünschen wir auch dem neuen Koordinatorenteam! Hoffentlich bleibt das große Interesse an der Initiative und ihren Veranstaltungen bei den Stipendiaten und Stipendiatinnen erhalten und vergrößert sich noch. Viel Spaß bei den wohl noch zahlreichen Seminaren!

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